{"id":988,"date":"2012-03-08T10:29:12","date_gmt":"2012-03-08T09:29:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/?p=988"},"modified":"2012-08-28T22:27:35","modified_gmt":"2012-08-28T21:27:35","slug":"lady-windermere%e2%80%98s-fan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/2012\/03\/lady-windermere%e2%80%98s-fan\/","title":{"rendered":"Lady Windermere\u2018s Fan"},"content":{"rendered":"<abbr class=\"unapi-id\" title=\"\"><!-- &nbsp; --><\/abbr>\n<div>\n<p>Nachdem <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/9\/9c\/Oscar_Wilde_portrait.jpg\" target=\"_blank\">Oscar Wilde<\/a> bereits einige Jahre lang erfolgreich die viktorianische feine Gesellschaft seiner Zeit durch seine Texte, Reden und sein gesamtes \u00f6ffentliches Auftreten, inklusive seiner Art sich zu kleiden, provoziert hatte, entdeckte er mit dem Theater eine ganz neue M\u00f6glichkeit, f\u00fcr Aufregung zu sorgen. Seine ersten St\u00fccke, melodramatische Trag\u00f6dien, zeigten zwar noch nicht den rechten Erfolg, aber dies \u00e4nderte sich, als er einen anderen, subtileren Weg fand, indem er zu vorgeblich leichteren, aber ebenso gesellschaftskritischen St\u00fccken wechselte. Romantische Salonkom\u00f6die nannte man so etwas und es war f\u00fcr Wilde genau die richtige Spielwiese, um die Eigenarten der Upper Class treffend zu karikieren und vorzuf\u00fchren. Das erste St\u00fcck dieser Art und auch gleich eines seiner erfolgreichsten, hie\u00df \u201eLady Windermere\u2018 s Fan \u2013 A play about a good woman\u201c und feierte 1892 in London seine Premiere. Wobei die Entscheidung dar\u00fcber, wer, und nach welchem Ma\u00dfstab, die gute, oder besser: anst\u00e4ndige Frau in diesem St\u00fcck ist, dem Publikum \u00fcberlassen blieb, das zugleich die M\u00f6glichkeit erhielt, sich \u00fcber die moralischen Zust\u00e4nde ein wenig zu entr\u00fcsten.<\/p>\n<p>Wildes Kom\u00f6dien sind durch Schlagfertigkeit und temporeiche Dialoge gekennzeichnet, ebenso wie die Filme von <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/5\/5d\/Alexander_Binder_-_Ernst_Lubitsch_um_1920.jpg\" target=\"_blank\">Ernst Lubitsch<\/a> mit dem speziellen <a href=\"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/2011\/04\/to-be-or-not-to-be\/\" target=\"_blank\">\u201aLubitsch-Touch\u2018, vom dem hier bereits an anderer Stelle die Rede war<\/a>. Umso eigenwilliger war also eigentlich die Idee, ein St\u00fcck von Oscar Wilde ausgerechnet in einen Stummfilm zu verwandeln. (Wobei Ernst Lubitsch damit noch nicht einmal der erste war, schon 1916 hatte es eine britische Stummfilmfassung unter der Regie von Fred Paul gegeben.) Aber Lubitsch versuchte gar nicht erst, die Dialoge aus Wildes Theaterst\u00fcck in Zwischentiteln unterzubringen, sondern w\u00e4hlte einen ganz anderen Ansatz, indem er auf Mimik und Gestik ebenso wie spezielle Bildkompositionen setzte: mal eingerahmt durch ein Labyrinth, mal aus verschiedenen Perspektiven, sieht das Publikum oft mehr als die handelnden Personen und kann die daraus resultierenden Missverst\u00e4ndnisse und Verwicklungen so auch ohne ausf\u00fchrliche Erkl\u00e4rung nachvollziehen.<\/p>\n<p>Wer aber nun die sp\u00e4ter oft persiflierte, \u00fcbertriebene Stummfilm-Mimik und -Gestik mit rollenden Augen und ohnm\u00e4chtig zu Boden sinkenden Damen vor sich sieht, irrt, denn nicht nur das Treffsichere, sondern auch das Subtile, das sowohl f\u00fcr Wilde als auch f\u00fcr Lubitsch typisch ist, blieb hier in vollem Umfang erhalten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/en\/3\/30\/LadyWindermeresFan1925Poster.jpg\" target=\"_blank\">Lady Windermere\u2018s Fan<\/a> steht bei <a href=\"http:\/\/www.archive.org\/details\/LadyWindermeresFan\" target=\"_blank\">Archive.org zum freien und kostenlosen Download<\/a> zur Verf\u00fcgung. Nur <a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0016004\/trivia?tab=tr&amp;item=tr0628925\" target=\"_blank\">Musik muss man sich selbst dazu auflegen<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">(Lady Windermere\u2018s Fan, USA 1925; Regie: Ernst Lubitsch.)<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem Oscar Wilde bereits einige Jahre lang erfolgreich die viktorianische feine Gesellschaft seiner Zeit durch seine Texte, Reden und sein gesamtes \u00f6ffentliches Auftreten, inklusive seiner Art sich zu kleiden, provoziert hatte, entdeckte er mit dem Theater eine ganz neue M\u00f6glichkeit, f\u00fcr Aufregung zu sorgen. 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