{"id":454,"date":"2011-06-30T09:29:44","date_gmt":"2011-06-30T08:29:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/?p=454"},"modified":"2012-08-28T21:52:35","modified_gmt":"2012-08-28T20:52:35","slug":"mahanagar","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/2011\/06\/mahanagar\/","title":{"rendered":"Mahanagar"},"content":{"rendered":"<abbr class=\"unapi-id\" title=\"\"><!-- &nbsp; --><\/abbr>\n<div>\n<p>Im Hinblick auf die schiere Menge an produzierten Filmen, ebenso wie auf die Anzahl der verkauften Tickets, hat Indien die gr\u00f6\u00dfte Filmindustrie der Welt. Dabei gilt es allerdings zu ber\u00fccksichtigen, dass Indien mit \u00fcber 1,2 Milliarden Einwohnern nach der Volksrepublik China (mit \u00fcber 1,3 Milliarden Einwohnern) das bev\u00f6lkerungsreichste Land der Erde ist und aus 28 Bundesstaaten sowie sieben weiteren sogenannten bundesunmittelbaren Gebieten besteht, in denen \u00fcber 100 verschiedene Sprachen gesprochen werden, mit Hindi und Englisch als \u00fcberregionalen und 21 weiteren regionalen Amtssprachen.<\/p>\n<p>Dementsprechend vielf\u00e4ltig ist das Kino Indiens: W\u00e4hrend die als Bollywood bekannte Filmproduktion mit ihrem Hauptsitz in der Hauptstadt Mumbai ihre Filme meist in Hindi produziert und f\u00fcr ihre aufwendigen Unterhaltungsfilme mit Gesangs- und Tanzeinlagen bekannt ist, gelten die im Bundesstaat Westbengalen in der Landessprache Bengali produzierten Filme als eher intellektuell und anspruchsvoll. Einer der bekanntesten und international erfolgreichsten Vertreter des indischen bzw. bengalischen Autorenfilms war <a href=\"http:\/\/satyajitray.org\/about_ray\/introduction.htm\" target=\"_blank\">Satyajit Ray<\/a>, der in Indien ungef\u00e4hr zur gleichen Zeit begann Filme zu drehen, als dies in Europa Ingmar Bergman und Federico Fellini und in Japan Akira Kurosawa auch gerade taten. Und w\u00e4hrend <a href=\"http:\/\/www.ingmarbergman.se\/universe.asp?guid=2E2291EF-1288-4A78-9510-B00F0F1D4CDB\" target=\"_blank\">Ingmar Bergman einmal einen seiner eigenen Filme als lausige Imitation eines Kuroswa-Films bezeichnete<\/a>, und <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Akira_Kurosawa#Reputation_among_filmmakers\" target=\"_blank\">Fellini Kurosawa das gr\u00f6\u00dfte lebende Beispiel all dessen, was ein Film-Autor sein solle, nannte<\/a>, sagte Akira Kurosawa seinerseits \u00fcber seinen Freund und Kollegen Satyajit Ray <a href=\"http:\/\/www.satyajitray.org\/about_ray\/critics_on_ray.htm#AkiraKurosawa\" target=\"_blank\">seine Filme nicht zu kennen, sei wie in der Welt zu existieren, ohne die Sonne und den Mond zu sehen.<\/a><\/p>\n<p>\u00dcberdies war Ray ausgesprochen produktiv: <a href=\"http:\/\/www.satyajitray.org.uk\/content\/view\/3\/19\/\" target=\"_blank\">zwischen 1955 und 1991 drehte er 29 Spielfilme plus sieben Dokumentationen<\/a>, und schrieb nebenbei nicht nur Drehb\u00fccher, sondern auch in Indien sehr popul\u00e4re Kurzgeschichten, vorzugsweise Science Fiction und Krimis.<\/p>\n<p>Aber w\u00e4hrend ihm bereits sein Deb\u00fct-Film aus dem Jahr 1955, <a href=\"http:\/\/www.satyajitray.org\/films\/pather.htm\" target=\"_blank\">Pather Panchali<\/a>, den er sp\u00e4ter zu einer <a href=\"http:\/\/www.satyajitray.org\/about_ray\/apu_trilogy.htm\" target=\"_blank\">Trilogie ausbaute<\/a>, internationale Anerkennung und <a href=\"http:\/\/www.satyajitray.org\/about_ray\/awards_films.htm\" target=\"_blank\">zahlreiche Auszeichnungen<\/a>, unter anderen <a href=\"http:\/\/www.festival-cannes.fr\/en\/archives\/1956\/awardCompetition.html\" target=\"_blank\">1956 die Goldene Palme in Cannes<\/a> einbrachte, wurde er in Deutschland erst viele Jahre sp\u00e4ter und auch dann zun\u00e4chst nur einem sehr begrenzten Publikum zug\u00e4nglich gemacht, n\u00e4mlich als er 1964 mit seinem Film <a href=\"http:\/\/satyajitray.org\/films\/mahanag.htm\" target=\"_blank\">Mahanagar<\/a> (zu deutsch: Die Gro\u00dfstadt) zur Berlinale eingeladen wurde, wo er dann auch den <a href=\"http:\/\/www.berlinale.de\/de\/archiv\/jahresarchive\/1964\/03_preistr_ger_1964\/03_Preistraeger_1964.html\" target=\"_blank\">Silbernen B\u00e4ren f\u00fcr die beste Regie<\/a> erhielt. Drei Jahre sp\u00e4ter, am <a href=\"http:\/\/www.zweitausendeins.de\/filmlexikon\/?sucheNach=titel&amp;wert=29956\" target=\"_blank\">11. 3. 1967, war Mahanagar einer der ersten indischen Filme \u00fcberhaupt, die im deutschen Fernsehen, genauer gesagt dem WDR, gesendet<\/a> wurden.<\/p>\n<p>Als er <a href=\"http:\/\/raylifeandwork.blogspot.com\/2009\/02\/interview-with-satyajit-ray.html\" target=\"_blank\">1982 in einem Interview<\/a> gefragt wurde, ob es ihn denn \u00fcberrascht habe, dass seine Filme auch au\u00dferhalb von Indien so gut aufgenommen wurden, antwortete Ray: \u201eIch h\u00e4tte nie gedacht, dass irgendeiner meiner Filme, schon gar nicht Pather Panchali, in einem anderen Land gesehen w\u00fcrde. Die Tatsache, dass es so war, ist ein Hinweis darauf, dass, wenn es einem gelingt, allgemeing\u00fcltige Empfindungen, Gef\u00fchle und Charaktere zu zeichnen, man gewisse Schranken \u00fcberwinden und andere erreichen kann, auch Nicht-Bengalen.\u201c<\/p>\n<p>Und gerade Mahanagar ist ein sch\u00f6nes Beispiel daf\u00fcr, wie recht er damit hatte, denn auch fast 50 Jahre nach seiner Entstehung wirkt dieser Film intensiv, seine Charaktere sind authentisch und aufrichtig, und selbst sein Thema ist noch immer aktuell, fast \u00fcberall auf der Welt.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">(Mahanagar, Indien 1963; Regie: Satyajit Ray.)<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Hinblick auf die schiere Menge an produzierten Filmen, ebenso wie auf die Anzahl der verkauften Tickets, hat Indien die gr\u00f6\u00dfte Filmindustrie der Welt. 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