{"id":1202,"date":"2012-07-19T09:29:57","date_gmt":"2012-07-19T08:29:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/?p=1202"},"modified":"2012-08-28T23:03:08","modified_gmt":"2012-08-28T22:03:08","slug":"hollywood-chinese","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/2012\/07\/hollywood-chinese\/","title":{"rendered":"Hollywood Chinese"},"content":{"rendered":"<abbr class=\"unapi-id\" title=\"\"><!-- &nbsp; --><\/abbr>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { so-language: zxx } -->&#8230; wie gut Bernardo Bertolucci mit <a href=\"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/2012\/07\/the-last-emperor\/\" target=\"_blank\">seinem Film<\/a> den Geschmack Hollywoods getroffen hatte, zeigte sich bei der Verleihung der Academy Awards im Jahr 1988, wo er mit neun Oscars ausgezeichnet wurde \u2013 inklusive als \u201eBest Picture\u201c und \u201eBest Director\u201c.<\/p>\n<p>Wobei Hollywood zu diesem Zeitpunkt bereits eine recht klar definierte Vorstellung von China und seinen Einwohnern hatte, waren diese doch schon seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der dortigen Produktionen, sei es als <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/en\/b\/bf\/Faceoffumanchu.jpg\" target=\"_blank\">Erzb\u00f6sewicht<\/a>, als <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/en\/4\/42\/Charlie_Chan_in_Shanghai.jpg\" target=\"_blank\">Detektiv<\/a>, als <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/en\/f\/f6\/Good_earth_%281937%29.jpg\" target=\"_blank\">devote Ehefrau<\/a> oder als <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/en\/3\/37\/SuzieWongPoster.jpg\" target=\"_blank\">Prostituierte<\/a>, die allerdings anfangs eher selten von Schauspielern chinesischer Herkunft dargestellt wurden, und falls doch, so sah man es ihnen bisweilen nicht allzu sehr an. Stattdessen wurden fr\u00f6hlich die Klischees verbreitet: Hollywoods Chinesinnen waren von exotischer Sch\u00f6nheit und unterw\u00fcrfig den wei\u00dfen M\u00e4nnern ergeben, ihre m\u00e4nnlichen Pendants hingegen sprachen gerne eine alberne Sprache, mit der sie pseudo-asiatische Weisheiten verbreiteten.<\/p>\n<p>Diese Stereotypen waren derart hartn\u00e4ckig, dass auch sp\u00e4ter, als man in Hollywood immerhin schon soweit war, Rollen, die f\u00fcr Asiaten vorgesehen waren, auch mit Asiaten zu besetzen, diese wiederum vor dem Problem standen, m\u00f6glichst exakt den Erwartungen der Produzenten entsprechen zu m\u00fcssen, was in den meisten F\u00e4llen bedeutete, das Klischee wieder zu kopieren. Dies ging schlie\u00dflich so weit, dass Schauspielerinnen wie Joan Chen f\u00fcr ihre Rollen mit Sprechtrainern das spezielle Pidgin ein\u00fcben mussten, das zwar au\u00dferhalb von Hollywood-Filmen niemand sprach, hier aber Pflicht war.<\/p>\n<p>Diese und andere Geschichten erz\u00e4hlen Schauspielerinnen und Schauspieler, Drehbuchautoren, Schriftstellerinnen und viele andere, in der Dokumentation von Arthur Dong <a href=\"http:\/\/deepfocusproductions.com\/HollywoodChinese\/index.html\" target=\"_blank\"><em>Hollywood Chinese \u2013 The Chinese in American Feature Film<\/em><\/a> von 2007. Zu Wort kommt hier zum Beispiel auch Lisa Liu, die immerhin den Mut besa\u00df, gelegentlich ihre Regisseure darauf hinzuweisen, wenn sie sich ihrer Ansicht nach allzu weit von den China \u00fcblichen Gepflogenheiten entfernten, wor\u00fcber die jeweiligen Regisseure stets h\u00f6flich aber konsequent hinweg sahen. Und auch, wenn Bernardo Bertolucci sich die M\u00fche gemacht hatte, Drehgenehmigungen f\u00fcr Originalschaupl\u00e4tze zu erhalten, so bildete er in dieser Hinsicht keine Ausnahme, denn \u00fcber ihre Rolle als Kaiserinwitwe <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/5\/51\/Empress-Dowager-Cixi1.jpg\" target=\"_blank\">Cixi<\/a> erz\u00e4hlt sie: \u201eJust like when I was working with Mr. Bertolucci. He wanted the Eunuchen to move the bed and I said \u201ayou know, the empress dowagers bed should be very stable\u2018. That the Stability is a symbol for her health and if you move the bed, it\u2018s an hurt of \u2013 in China you cannot do that. So he said: \u201aOh I understand what you are saying, but you know I\u2018m making an artistic film.\u201c Oder, wie Joan Chen es zusammenfasst: \u201eBernardo Bertolucci is just a fantastic filmmaker and he is so in love with this China, that\u2018s in his fantasy.\u201c<\/p>\n<p>Aber dass Filme bisweilen mehr \u00fcber die Menschen aussagen, die sie gemacht haben, als \u00fcber die Themen, die sie behandeln, ist ja nichts Neues und darum, wie sehr oder wenig sich einzelne Regisseure um realistische Darstellung bem\u00fchten, geht es in dieser Dokumentation eigentlich auch gar nicht, sondern darum, die Betroffenen selbst zu Wort kommen zu lassen: sowohl jene, die die Klischees verk\u00f6rperten, als auch die, die damit aufwuchsen und zurechtkommen mussten, denn, so sagt es Regisseur Arthur Dong: \u201eThrough their stories, we learn about history, and through what they went through, what happened in Hollywood.&#8221; Und Hollywood war weit verbreitet.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">(Hollywood Chinese, USA 2007; Regie: Arthur Dong.)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; wie gut Bernardo Bertolucci mit seinem Film den Geschmack Hollywoods getroffen hatte, zeigte sich bei der Verleihung der Academy Awards im Jahr 1988, wo er mit neun Oscars ausgezeichnet wurde \u2013 inklusive als \u201eBest Picture\u201c und \u201eBest Director\u201c. 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