{"id":1183,"date":"2012-07-05T09:29:33","date_gmt":"2012-07-05T08:29:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/?p=1183"},"modified":"2012-08-28T22:06:03","modified_gmt":"2012-08-28T21:06:03","slug":"chung-kuo","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/2012\/07\/chung-kuo\/","title":{"rendered":"Chung Kuo"},"content":{"rendered":"<abbr class=\"unapi-id\" title=\"\"><!-- &nbsp; --><\/abbr>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { so-language: zxx } -->\u201e&#8230;und China ist Chung Kuo, das Reich der Mitte, eine der antiken Wiegen der Weltzivilisation. (&#8230;) und es sind sie, die Chinesen, die die Protagonisten unseres Filmes sind. Wir behaupten nicht, dass wir China verstehen. Alles was wir beabsichtigen ist, eine gro\u00dfe Sammlung zu pr\u00e4sentieren, an Gesichtern, Gesten und Gewohnheiten. Als wir aus Europa ankamen, erwarteten wir, Berge und W\u00fcsten zu erkunden, aber tats\u00e4chlich ist der gr\u00f6\u00dfte Teil von China noch immer unerreichbar und der Zutritt verboten. Dennoch, in einer Art politischem Ping-Pong, haben die Chinesen einige T\u00fcren ge\u00f6ffnet, wenn auch stets begleitet von unseren F\u00fchrern, die uns mit unnachgiebiger Beharrlichkeit davon abhielten, einen Schritt vom vorgeschriebenen Wege abzugehen.\u201c<\/p>\n<p>Im Jahr 1972, w\u00e4hrend in China die \u201eProletarische Kulturrevolution\u201c tobte, erhielt der italienische Filmemacher <a href=\"http:\/\/www.radiolarium.net\/movies\/tag\/michelangelo-antonioni\/\" target=\"_blank\">Michelangelo Antonioni<\/a>, der sich selbst als marxistischen Intellektuellen bezeichnete, eine offizielle Einladung nach China, um dort eine Dokumentation \u00fcber die Volksrepublik zu drehen. Die politischen Ereignisse in China waren in Europa \u2013 entsprechend der jeweils eigenen politischen Ausrichtung \u2013 mit Zustimmung oder Ablehnung aufgenommen worden, tats\u00e4chlich aber wusste man nicht viel dar\u00fcber, da China selbst sich seit Jahren verschlossen gab und nur wenig nach au\u00dfen dringen lie\u00df.<\/p>\n<p>Umso gr\u00f6\u00dfer also das Interesse an authentischem Material, aber auch die Verantwortung, China im rechten Licht zu zeigen, nicht zu besch\u00f6nigen, aber ebenso wenig zu verurteilen. Antonioni, der sich in seinen bisherigen Filmen meist zur\u00fcckhaltend, aber durchaus kritisch mit dem \u201awestlichen\u2018 Lebensstil auseinander gesetzt hatte und in Interviews von sich sagte, er sehe seine St\u00e4rke darin, ohne vorgefasste Erwartungen zun\u00e4chst einmal aufzunehmen was vorhanden ist und erst bei der Sichtung des fertigen Materials einen Film daraus zu machen, schien f\u00fcr diese Aufgabe der Richtige zu sein.<\/p>\n<p>Allerdings stellte sich bald heraus, dass er und sein Team nicht frei entscheiden konnten, worauf sie die Kamera \u00fcberhaupt richten durften. Die Reiseroute, die sie mitbrachten, entsprach nicht der Vorstellung ihrer chinesischen Gastgeber, die ihrer Gastgeber nicht der eigenen, und so einigte man sich nach z\u00e4hen Verhandlungen schlie\u00dflich auf eine mehr-w\u00f6chige Reise mit den Stationen Beijing, Nanjing, Suzhou, Henan und Shanghai.<\/p>\n<p>Da weder Antonioni noch ein anderes Mitglied seines Teams Chinesisch sprach und sie bei ihren Nachfragen auf ihre offiziellen Begleiter angewiesen waren, blieb ihnen nicht viel \u00fcbrig, als die Kamera auf die Orte und vor allem Menschen zu richten und zu zeigen, was sie sahen. Was in manchen Situationen vollkommen ausreichend war, um beeindruckendes Material zu erhalten \u2013 so waren Antonioni und sein Team die ersten westlichen Filmemacher, die die Erlaubnis erhielten, in der \u201eVerbotenen Stadt\u201c zu filmen, oder bei der vielleicht etwas drastischen Szene eines Kaiserschnitts mit Akupunktur-An\u00e4sthesie \u2013 aber an anderen Stellen eher hilflos wirkt.<\/p>\n<p>Das Ergebnis waren viele Stunden Filmmaterial, die auf 220 Minuten zusammengeschnitten und unter dem Titel \u201e<a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0068375\/\" target=\"_blank\">Chung Kuo \u2013 Cina<\/a>\u201c in <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PL3901341C8293142E&amp;feature=plcp\" target=\"_blank\">drei Teilen im italienischen Fernsehen gezeigt<\/a> wurden sowie eine zweist\u00fcndige Fassung mit dem Titel \u201eAntonionis China\u201c, die 1973 in Frankreich in die Kinos kam und im europ\u00e4ischen und amerikanischen Fernsehen gezeigt wurde, unter anderem auch 1974 vom WDR.<\/p>\n<p>In China allerdings wurde Antonionis Dokumentation zun\u00e4chst nicht gut aufgenommen \u2013 Mao und seiner damals noch sehr einflussreichen letzten Ehefrau, <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Jiang_Qing\" target=\"_blank\">Jiang Qing<\/a>, hatte er derma\u00dfen missfallen, dass sie nicht nur seine Ausstrahlung verboten, sondern Antonioni dar\u00fcber hinaus eine anti-chinesische Haltung vorwarfen und ihn als Konterrevolution\u00e4r bezeichneten, zudem erschien 1974 in einer Beijinger Zeitung ein <a href=\"http:\/\/www.marxists.org\/subject\/china\/peking-review\/1974\/PR1974-08d.htm\" target=\"_blank\">Artikel, der ausf\u00fchrlich gegen Antonionis Film Stellung bezog<\/a>.<\/p>\n<p>Erst 30 Jahre nach seiner Entstehung, im Jahr 2002 wurde er zum ersten Mal offiziell in China vor Publikum gezeigt: im Rahmen einer Veranstaltung, die in der Beijing Film Akademie stattfand, um Michelangelo Antonioni zu ehren.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">(Chung Kuo, Italien 1972; Regie: Michelangelo Antonioni.)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e&#8230;und China ist Chung Kuo, das Reich der Mitte, eine der antiken Wiegen der Weltzivilisation. 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